Tine Marquard Lizenzierte Leiterin & Ausbilderin für Walking-in-your-shoes Familienaufstellerin Heilpraktikerin (Psychotherapie) Rückführungstherapeutin
Tine MarquardLizenzierte Leiterin & Ausbilderinfür Walking-in-your-shoesFamilienaufstellerinHeilpraktikerin (Psychotherapie)Rückführungstherapeutin 

Doppelwalk: Probleme bei der Reittherapie - das Pferd geht durch

Eine junge Reittherapeutin bittet mich um einen Walk bei einem unserer Übungstage. Gemeinsam mit einer Kollegin leite ich den Walk. Der Hintergrund: Die Reittherapeutin hat eine Reitschülerin, Laureen, 10 Jahre alt, die einmal wöchentlich zur Stunde kommt. Offiziell ist Laureen für den ganzheitlichen Reitunterrricht angemeldet, also nicht für eine besondere Therapie. Laureen reitet im Wechsel mal in der Einzelstunde, mal in einer Zweiergruppe. In den Stunden fällt auf, dass Sie manchmal sehr steif im Sattel sitzt. Es fällt auch auf, dass Laureen eigentlich zu allem immer "ja" sagt. Eigenes einzubringen fällt ihr schwer. Obwohl sie teilweise nach außen mutig wirkt, erscheint sie insgesamt nicht sicher auf dem Pferd. Lockerungsübungen und Entspannungsübungen nützen nur zum Teil. In den letzten Reitstunden begann die Stute (eine ganz liebe, auch als Therapiepferd eingesetzte Stute gesetzten Alters), plötzlich loszurennen. Die Stute verhält sich mit anderen Kindern ganz normal. Die Reittherapeutin macht sich ernsthaft Sorgen und sie fragt sich, wie sie Laureen am besten unterstützen kann. Sie möchte die Situation besser verstehen und wenn möglich Lösungs-Ideen finden. Wir einigen uns darauf, dass es Sinn machen könnte, beide Anteile zu sehen: Laureen und die Stute. Also entscheiden wir uns für einen Doppelwalk.

Der Walk beginnt: Die Reittherapeutin wählt zwei Stellvertreter aus. Wir beginnen den Doppelwalk in zwei zunächst getrennten Bereichen. Die Stute geht ganz locker, fühlt sich soweit wohl, findet es draußen vor dem Fenster schön, ist zufrieden. Laureen geht auf ihrer Seite immer schneller und schneller im Kreis. Sie zeigt eine hohe Körperspannung und bekommt den Eindruck sie unterdrückt ein Schreien. Atmet hektisch und flach. Dann zwängt sie sich durch die am Rand sitzenden Gruppenmitglieder und geht aus ihrem eigentlich definierten Bereich des Doppelwalks heraus. Dort bleibt sie stehen. Sie ist sichtlich unglücklich. Macht hektische Bewegungen mit den Armen. Nach einer Weile ruft sie von dort: helft mir doch. Macht doch was. Ich kann nicht mehr. Sie sackt auf dem Boden zusammen.

Die Kollegin versuchte an der Stelle unterschiedliche Interventionen, mit der Fragestellung, was gebraucht wird. Es fällt Laureen noch schwer eine Antwort zu finden. Sie ist sehr erregt und kann sich gleichzeitig nicht äußern. Dann kommt die Information:  "Ich brauche Kontakt. Da ist niemand. Hinter mir." Die Reittherapeutin berichtet daraufhin, dass die Eltern beide arbeiten. Die Mutter habe sie gleichsam als sehr fürsorglich und korrekt kennengelernt. Der Vater sei nur einmal kurz zum Abholen da gewesen. Das Kind berichte auch regelmäßig von gemeinsamen Aktivitäten, Urlauben, Hobbys mit beiden Eltern, usw. Die Walkerin für das Kind reagiert auf diese Worte – und sagt, darum ginge es nicht: Es ginge um etwas Tieferes. Da wir keinen Auftrag von den Eltern haben hier zu schauen – ins System der Familie – bleiben wir erst mal bei der Triade Kind-Pferd-Therapeut und schauen, was wir tun können. Die Gruppe stimmt dieser Idee zu.

Wir holen Laureen von dem Platz am Rand wieder in die Mitte des Raumes. Jetzt heben wir die imaginäre Mauer des Doppelwalks auf. Dadurch können Laureen und die Stute sich jetzt wahrnehmen. Wir befragen das Pferd, wie seine Befindlichkeiten sind und ob es helfen kann. Die Stute sagt, sie wolle es probieren, fühle sich aber mit Blick auf Laureen sehr unsicher. Ausnahmsweise nehmen wir eine weitere Person, nämlich die Reittherapeutin/Klientin selbst, mit in den Walk hinein. Ich bitte sie zunächst zu Laureen zu gehen und sie zu unterstützen. Die Walkerin für Laureen nimmt das gerne an und sagt das tue ihr gut. Die Reittherapeutin und Laureen bewegen sich vorsichtig gemeinsam auf die Stute zu. Laureen krabbelt dabei auf dem Boden. Sie hat die Augen geschlossen. Sie kann noch nicht mal hinschauen. Der Kontakt wäre ihr dabei zu viel, berichtet sie auf mein Nachfragen. Sie tastet mit den Händen vorwärts in Richtung der Stute, unsicher, grobmotorisch. Jetzt reagiert die Stute: "Ich bekomme Angst, wenn sie weiter so macht trete ich vielleicht mit dem Bein, ich kann das nicht kontrollieren. Ich muss dann vielleicht Treten, weil ich Angst habe." Es wird schnell klar, dass die Stute nun auch in Panik kommt. Auf meine Frage was sie braucht antwortet die Stute nach weiterem Einfühlen: "Anleitung. Hilfe. Sicherheit."

Ich bitte die Reittherapeutin, das Kind an einem sicheren Platz zu lassen und sich zunächst um die Stute zu kümmern. Sie geht hin und streichelt die Stute und redet beruhigend. Die Stute berichtet, dass ihr das gut tue und dass sie jetzt auch weiter mit Laureen arbeiten könne. Die Reittherapeutin bleibt mit einer Hand an der Stute und nimmt mit der anderen Hand Kontakt auf mit Laureen, die immer noch am Boden in Krabbelstellung hockt. Sie führt die Stute und Laureen langsam, sehr langsam zusammen. Die Stute zuckt noch ein wenig zusammen bei der Berührung. Aber Laureen macht tiefe Seufzer. Langsam – ganz langsam, kann Laureen aufstehen und in Kontakt gehen. Und schauen. Sie hält sich dabei deutlich am Pferd fest. Fühlt das Pferd mit den Händen. Die Therapeutin sichert dabei vor allem das Pferd und lässt Laureen ihre Zeit. Es ist ein stimmiges Gefühl für alle. Was es braucht: Zeit, Ruhe, Sicherheit, Begleitung -  da sind sich alle - Laureen, die Stute und die Reittherapeutin einig. Wir beenden den Walk an dieser Stelle.

In der Nachbesprechung ist die Reittherapeutin sehr berührt. Wir alle als Gruppe achten auch die Grenzen, die uns dort gezeigt wurden. Wenn die Eltern nicht Auftraggeber sind, steht es uns nicht zu in das System zu schauen. Für ihre Arbeit ist der Reittherapeutin klar geworden, dass es ganz wichtig sei, sich zunächst auch um die Befindlichkeit der Stute zu kümmern. Für Laureen werde sie besonders ausführliche Übungen zum Thema „in Kontakt sein“ in die Stunden einbauen. Die Reittherapeutin sagt noch, sie könne die Situation nun wesentlich besser verstehen. Und entsprechende Maßnahmen für sich daraus ableiten. Wir bestärken sie darin, auch zukünftig auf ihre Intuition zu hören.

Wie ist es weitergegangen?

Bei einem späteren Treffen berichtet die Reittherapeutin, dass sie die Erkenntnisse aus dem Walk so umgesetzt habe. Die Situation sei wesentlich entspannter geworden. Die Stute sei nach ein paar Stunden mit engerer Betreuung wieder "die Alte" geworden. Der Kontakt zwischen Laureen und dem Pferd und auch der Kontakt zwischen Laureen und ihr selbst habe sich wesentlich verbessert und vertieft.

 

Fotos auf dieser Seite
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Tine Marquard - Walking-in-your-shoes WIYS 23.10.2017