Tine Marquard Lizenzierte Leiterin & Ausbilderin für Walking-in-your-shoes Familienaufstellerin Heilpraktikerin (Psychotherapie) Rückführungstherapeutin
Tine MarquardLizenzierte Leiterin & Ausbilderinfür Walking-in-your-shoesFamilienaufstellerinHeilpraktikerin (Psychotherapie)Rückführungstherapeutin 

Entscheidung über eine Schullaufbahn

Ein Elternpaar bittet mich um Unterstützung betreffend eines Anliegens ihres Sohnes. Sie hatten bereits einen Walk bei einem Seminar von Christian hier in Cheerhorn gemacht. Anliegen waren damals Unstimmigkeiten mit dem Sohn wegen seines oftmals geringen Antriebes. Und der Wunsch ihn besser zu verstehen.

Heute geht es um eine Entscheidung bezüglich der weiteren Schullaufbahn. Die Mutter berichtet: Tobias sei überdurchschnittlich intelligent, jedoch habe er gleichsam oft wenig Antrieb und neige in der letzten Zeit zu Konflikten mit den Lehrern und Autoritäten in der Schule. Ab und zu sei er deutlich über Grenzen gegangen. Außerdem würden seine Schulleistungen in manchen Fächern deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben. Tobias selbst fühle sich so auch nicht so wohl in seiner Haut, hätte aber derzeit auch keine Idee, wie er es anpacken solle. Er besuche das Gymnasium in der 10ten Klasse und müsse sich jetzt entscheiden, wie es weitergehen soll. Die Familie denke gemeinsam darüber nach und sie habe im Grunde genommen drei Alternativen entwickelt:

  1. Entweder Tobias bliebe an der jetzigen Schule und würde versuchen die Konflikte zu lösen.
  2. Oder er gehe nach der 10ten Klasse ab und mache eine Ausbildung…welche genau, sei hier noch nicht angedacht.
  3. Oder er wechsle an ein anderes Technisches Gymnasium in einer etwas entfernter gelegenen Stadt. Die Familie fühle sich hier zunächst nicht sicher, wegen der Entfernung, und ob es das Richtige sei…?

Trotz umfangreicher Informationssammlung und Abwägung zu allen Punkten, käme die Familie über einen sehr langen Zeitraum einfach nicht zu einer Entscheidung. Ich frage nach, ob ein Entscheidungswalk für sie hilfreich sein könnte. Das bejahen die Eltern und wir besprechen, dass am besten Tobias selbst die Rollen walken soll. Die Eltern klären das mit ihm ab. Tobias ist genau wie seine Eltern offen für Neues und kommt zu einem Einzel-Setting.

Wir besprechen nochmal kurz, um was es ihm persönlich geht: es deckt sich mit dem, was die Eltern sagen – eine Entscheidung muss in den nächsten Wochen gefällt werden, um Entsprechendes in die Wege zu leiten – nur - weder Tobias noch die Eltern fühlen sich zu einer Alternative sicher hingezogen.

 Tobias kennt die Methode WIYS noch nicht. Nach kurzem Erklären fühlt er sich aber durchaus in der Lage, die Rollen selbst zu gehen. Tobias hat ein wenig Bedenken, ob das, was er vielleicht doch irgendwie denkt, ohne es zu merken, den Walk beeinflusst. Ich schlage ihm vor verdeckt zu walken. Er bekommt also jeweils einen zusammengefalteten Zettel in die Tasche, auf dem das Anliegen steht. Nur ich weiß somit, was Tobias gerade geht. Das findet er sehr spannend. Wir lösen das „Verdeckte“ erst nach allen Walks auf, so dass bis zum Schluss für Tobias neutral bleibt, was er walkt. Er zieht einen Zettel aus der Schale und es geht los: Die Titel der Walks hat Tobias nach den Walks selbst gefunden, ich schreibe sie hier aber schon dazu.

 

Walk 1 verläuft ungefähr so: „Knarren ist die einzige Herausforderung – wenn das Ziel fehlt“

Er geht, berichtet über ein Energieniveau von ca. 4-5 und geht ein wenig herum, schlendert eher. Etwas ziellos fühle er sich, berichtet er. Dann knarrt eine Diele unter seinen Füssen. Das macht ihn aufmerksam. Er geht mehrmals vor und zurück, er lässt die Diele deutlicher und lauter und mit voller Absicht knarren. Es sei wie ein Spiel, berichtet er. Eigentlich versuche er auch Wege zu finden, dass es nicht knarrt. Aber wenn‘s knarrt dann soll es richtig knarren. Er springt auf den entsprechenden Dielen mehrfach deutlich auf, und freut sich über das Knarren. Nach einer Weile wird es ihm zu langweilig, aber dann findet er noch einen Weg (über ein Querbrett im Boden) um den knarrenden Dielen auszuweichen. Er schlendert wieder, sein Antrieb ist mittelhoch und er berichtet, dass er gut umherschauen kann, ihn aber nichts interessiert. Ab und zu baut er nochmal die knarrende Diele in seinen Walk ein und sagt dazu: „ das prickelt so im Bauch“. Plötzlich findet er einen Fokus für seinen Blick: Eine kleine Pflanze. Er geht hin und untersucht sie ausgiebig. Jetzt ist seine Energie höher – bei 7 oder so. . Er kann so weitergehen …Aber - Zitat:„So der Bringer“ ist das noch nicht. Wie die Leute auf ihn schauen, interessiert ihn nicht so sehr. Er kann alle anschauen, aber es gibt ihm hier nicht so viel. Er berichtet nun, es gäbe nichts mehr zu sagen aus dem Walk – wir beenden an der Stelle.

 

Nach einer kleinen Pause zum Entrollen verläuft Walk 2 so: „Der Fussel-Sortierer“

Tobias geht zielstrebig in die andere Ecke des Raumes, da war er beim vorherigen Walk gar nicht. Dort liegt ein Teppich. Er fragt sofort: darf ich mich auch hinlegen? Klar, wenn das der Impuls ist. Er legt sich hin. Auf mein Nachfragen berichtet er, dass er nicht müde ist, sondern sich einfach so ausruhe und faul sei. Das Energie-Niveau sei eher niedrig bei 5-6. Im Moment sei kein anderer Impuls da. Nach einer Zeit wird im langweilig. Er schaut sich genauer um. Er sucht etwas. Erst nimmt er ein paar Fusseln von Teppich und legt sie von rechts nach links. Ich frage nach, was er da grad macht: „Ich leg die Fusseln von rechts nach links – weil , irgendwas muss ich ja wohl irgendwie halt machen.“

Nach einer Weile kommt ein neuer Impuls. Er geht zu einer Holzschale mit Dekoration. Nimmt die Teile heraus, befühlt sie, untersucht sie. Er fragt mich ungefähr 20 Fragen auf einmal: Woraus ist das, wo kommt das her, warum baut man das so,…usw. Ich merke, dass ich das gar nicht beantworten kann, so tiefgehende Fragen. In der Übertragung bekomme ich deutliche Unzulänglichkeitsgefühle und es tut mir leid, dass ich dem wissbegierigen Jungen nicht antworten kann. So geht das noch mit ein oder zwei anderen Sachen weiter. Tobias wird sehr unzufrieden. Seine Mundwinkel gehen immer weiter nach unten. Seine Bewegungen werden noch energieloser. Er langweilt sich. „Dann kann ich ja auch wieder auf dem Teppich liegen“. Er folgt seinem Impuls. Auf meine Nachfrage wie es ihm da geht, antwortete er sinngemäß: „Naja – ich lieg halt rum, das ist schon praktisch – aber irgendwie ist das halt nicht der Bringer“. Auf meine Frage was den der Bringer wäre oder was fehlt, antwortet er sinngemäß: „Was Interessantes? Ich will mehr wissen“. Mehr gab es aus diesem Walk nicht zu berichten. Wir machen eine kleine Pause.

 

Der letzte, Walk 3, ist dran: „Ich bin Architekt meiner eigenen Räume“

Tobias geht sofort interessiert los. Schaut sich genau um. Er ist sehr interessiert. Seine Energie bei 7-8. Er schaut sich die Balken und den Boden in meinem Seminarraum an. Und findet doch glatt ein paar unsauber verarbeitete Stellen. Das gefällt ihm nicht. „Ich hab das Gefühl alles soll ordentlich sein und korrekt hier“. Das sei sein Anspruch. Korrektheit. Da müsse man echt noch mal nacharbeiten…nach einer Weile geht er dann in die andere Ecke des Raumes. Dort steht ausnahmsweise heute mein Schreibtisch mit einigen sauber geordneten Unterlagen. Das gefällt ihm. Was daran? Er beschreibt: die Ordnung sei schön und die Größe des Tisches. Da könne man auch Ordnung halten. Und alles überblicken. Er geht interessiert herum. Seine Bewegungen sind flüssig. Er schaut auf einige Bücher im Regal und dann wieder zum Schreibtisch. Der zieht ihn irgendwie an. Er kommt auf die Idee, so solle sein zukünftiger Raum aussehen. Es entsteht plötzlich ganz viel Energie. Sein Gesicht strahlt. Ideen purzeln geradezu aus ihm heraus, die Energie ist hoch: "So mach ich es mal. Wenn ich meinen eigenen Raum habe: das wird das Arbeitszimmer. Gross! Aufgeräumt! Keine Klamotten auf dem Boden. Und dort mach ich den Partyraum. Genauso groß. Mit großem Tisch für alle meine Freunde. Dort feier' ich mit denen. Beides ist gleich wichtig. Und dort – dort mach ich meinen persönlichen Raum. Großes Bett, Fernseher, und da darf keiner rein …naja"…dann folgt ein Schmunzeln.

Er ist begeistert und richtet noch eine Weile seine eigenen Räume ein. Er betont: Die Trennung und die besonders gute Balance zwischen Arbeit und Freunden ist ihm sehr wichtig. Die Räume sollen gleich groß sein. Mit bewegten und anrührenden Worten berichtet er, wie er den Umgang mit seinen Freunden und das Leben genießt. Er hat Spaß und Klarheit und seine Energie ist sehr hoch -  gut bei 8 - aber nicht überdreht, sondern ruhig und stimmig. Seine Bewegungen sind gleichmäßig, sein Gesicht ist gelöst und offen. Er schaut sehr freundlich auf die Welt und die Welt findet gut, was er macht: „Die Welt stimmt dem zu.“ Mehr ist aus dem Walk nicht zu berichten. 

Wir machen wieder eine kurze Pause. Dann die Auflösung: Na, haben Sie schon mitgeraten…?

  • Der erste Walk war die jetzige Schule mit den Konflikten („Knarren ist die einzige Herausforderung“)
  • Der zweite Walk war die Ausbildung („Der Fussel-Sortierer“)
  • Der dritte Walk war der Wechsel zum Technischen Gymnasium („Ich bin Architekt meiner eigenen Räume“) 

Für Tobias ist nach der Auflösung alles klar und stimmig. Ich bitte ihn nun als erstes für jeden der Walks ein Wort oder einen Titel zu finden. Das fällt ihm leicht. Die Titel treffen meines Erachtens das Gezeigte sehr gut. 

Für Tobias stelle sich das Gesehene so dar: "Im ersten Walk, das ist genau wie in der Schule jetzt. Das ist halt so. Ich hab da kein richtiges Ziel. Und wenn schon knarren, dann richtig. Das ist grad die einzige Herausforderung. Das Knarren waren nämlich bestimmt die Konflikte, die ich eigentlich nicht will. Aber es ist halt nix anderes Interessantes in Aussicht."

Und den zweiten Walk verstehe er so: "ich glaub ich will einfach mehr wissen als so 'ne Ausbildung mir sagen kann. Tiefer, genauer, mehr. Und das stresst dann den Meister und - womöglich gibt es da dann Stress. Und mir ist eigentlich langweilig - weil faul sein ist toll - aber doch nicht dauernd. Da verkomm ich ja …"

Im dritten Walk sähe er folgendes: "Dort war ich Architekt meiner eigenen Räume. Also so als Bild, wie ich mir das Leben so einrichte. Das war toll. Ich glaub dort sortiere ich mich ganz neu. Ich räum' nämlich im Moment nicht so auf, bin nicht so ordentlich. Und dort ist es ist mir ganz wichtig alles genau zu machen. Und es interessiert mich. Die Balance war wichtig. Schule und Freizeit. Ich hab mich gut gefühlt."

 Ich erkläre Tobias noch, dass ein Entscheidungswalk nicht unbedingt heißt, dass das „Gefühlte“ nun die einzige Handlungsalternative sei. Es sei nur eine Orientierung und ein vertieftes Wissen um die Dinge. Aber für ihn sei alles klar, sagt er. Er fühle sich erleichtert.

Die Mutter berichtet nach kurzer Zeit, dass die Entscheidung für das Technische Gymnasium gefällt sei. Tobias habe selbständig einen Besichtigungstermin vor Ort und einen Probetag gemacht und sehr energievoll davon berichtet. Die Eltern haben die Schule ebenfalls besichtigt und als stimmig erlebt. Und ihn angemeldet - seit einer Woche gehe er nun auf die neue Schule und er beginnt "Architekt seiner neuen Räume zu sein".

 

Fotos auf dieser Seite
Walker-Boots und Walkerbilder: Meike Klein

Holzfiguren und Porträt:
Vivien Venzke

WIYS-Logo: Chrstian Assel

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Tine Marquard - Walking-in-your-shoes WIYS 23.10.2017